Riegel Gesamt

Garten Süd

Reihenhaus Nordost

Südansicht

Fasadendetail

R2

Nachbarschaftlich, Individuell, Zukunftssicher

Heinrich- Böll-Straße, Riem, München

TYP
Wohnanlage

WOHNEINHEITEN
34

WOHNFLÄCHE
3.170 m²

FERTIGSTELLUNG
2008

Energiestandard
Passivhaus, Null-Energieprojekt

BAUWEISE
Holz-Hybridbauweise

Leistungen NEST
Architektur, Bauträger

Ansicht des Riegels des ersten NEST-Nullenergie-Projekts, der Wohnanlage R2 in München-Riem.

Die Nullenergie-Wohnanlage „NEST solaR2“ liegt im 3. Bauabschnitt der Messestadt Riem in München, in der Heinrich-Böll-Straße. Sie befindet sich am direkten Rand des Riemer Landschaftsparks, fünf Minuten vom Riemer Badesee entfernt. Die U-Bahn Haltestellen Messestadt West und Ost sind in wenigen Gehminuten zu erreichen und gewährleisten eine optimale Anbindung an die Münchener Innenstadt.

NEST SolaR2 besteht aus vier Flachdachbaukörpern: eine nördliche 90 m lange, 3-geschossige Zeile mit Etagen-Wohnungen und drei kleinere 2-geschossige Baukörper mit jeweils drei Reihenhäusern. Alle 34 Wohneinheiten unterschiedlicher Größe (von 35 bis 155 m² Wohnfläche) sind nach Süden ausgerichtet – zur Sonne und zum Landschaftspark.
Die Flachdächer werden einerseits zur Energieerzeugung (Solarthermie, Solarstrom) genutzt sowie andererseits für gemeinschaftliche Dachterrassen über den Geschosswohnungen und private Dachterrassen auf den Reihenhäusern.

Piktogramm eines NEST-Passivhauses.

Energetischer Gebäudestandard

Die Gebäude wurden im zertifizierten Passivhausstandard erstellt, mit einem Heizenergiebedarf von maximal 15 kWh/m²a.

Das Nullenergiekonzept sieht vor, durch gesteigerte Energieeffizienz den Primärenergiebedarf für Heizung, Warmwasser und Haushaltsstrom so weit zu reduzieren, dass dieser im Saldo rechnerisch vollständig durch eigene Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien gedeckt werden kann (Primärenergie-Saldo Null).

Piktogramm zur Visualisierung der Energieversorgung unserer NEST-Passivhäuser.

Energieversorgung

Eine thermische Solaranlage von 96 m² deckt Warmwasser- und teilweise auch den Heizenergiebedarf. Der Restwärmebedarf für Heizung und Warmwasser wurde ursprünglich gedeckt durch eine Holzpelletheizung, mittlerweile ersetzt durch einen Fernwärmeanschluss der Stadtwerke München. Der Bedarf an Haushaltsstrom wurde durch technische Maßnahmen, energiesparende Haushaltsgeräte sowie durch Information und Aufklärung der Nutzer erheblich gesenkt. Über eine Photovoltaikanlage von ca. 450 m² und ca. 60 kWp Leistung wird mehr als der gesamte Strombedarf innerhalb der Anlage selbst erzeugt und ins öffentliche Netz eingespeist.

Jede Wohneinheit verfügt über eine eigene Lüftungsanlage mit einem Wärmerückgewinnungsgrad von über 80% sowie einem Heizregister, das eine konventionelle Beheizung der Räume über Heizkörper ersetzt. Zusätzlichen Komfort bieten zusätzliche Handtuch-Heizkörper in den Bädern.

Piktogramm, das den energetischen Gebäudestandard der NEST-Passivhäuser darstellt.

Baustoffe + Konstruktion

Die Konstruktion besteht aus einem tragenden Stahlbetonskelett mit nichttragenden Holzaußenwänden in Holzständerbauweise. Ein Reihenhausblock sowie eine Maisonette-Wohnung am Ende des nördlichen Riegels wurde in Abstimmung mit den Käufern komplett in Holzbauweise erstellt.

Eine intensive Planungsbeteiligung der Käufer wird in der Fassadengestaltung sichtbar. Um die Planung der Innenwände und somit der Wohnungsgrundrisse möglichst flexibel zu machen, wurden auf den Nord-, Ost- und Westseiten Fensterbänder integriert, die eine Verschiebung der Fensterelemente möglich machen. Auf der Südseite konnten die Rasterelemente Fenster und Fassade beliebig vertauscht werden.

Als Gegengewicht zur entstehenden Unregelmäßigkeit bei einer Verschiebung der Fenster wurden farbige Holzelemente eingesetzt. Insgesamt entsteht durch die Kombination der Materialien (Holz-Stülpschalung, farbiges Duripanel, Fensterelement) in den Fensterbändern und der Südfassade eine Art Relief, das die Beteiligung jedes einzelnen Bewohners greifbar macht.

Das ökologische Konzept der Wohnanlage ist nur auf den zweiten Blick von außen zu erkennen: Die Photovoltaikanlage wurde so in den Entwurf integriert, dass horizontale PV-Elemente über den Balkonen als „Statement“ für den außen stehenden Betrachter erkennbar sind. Die weißen Putzflächen auf Nord- und Giebelseiten binden die Wohnanlage in die umgebenden Gebäude der Messestadt ein. Die Holzfassaden aus unbehandeltem Lärchenholz öffnen sich dagegen zum Landschaftspark und unterstreichen den ökologischen Anspruch.

Piktogramm zur Darstellung unserer verwendeten und nachhaltigen Ressourcen.

Resourcen

Der Anteil an nachwachsenden, heimischen und zertifizierten Rohstoffen wurde durch die Holzaußenwände, Zellulosedämmung, Holzfenster sowie Echtholzparkett maximiert.
Piktogramm einer Familie, die das nachhaltige Wohnen mit NEST darstellt.

Nachhaltig Wohnen

Unterschiedlichste, barrierefreie Wohnungstypen schaffen Raum für eine vielfältige Bewohnerschaft. Die Grundrisse wurden in enger Planungsarbeit mit den Käufern auf deren Wünsche abgestimmt, so entstanden 35 individuelle Wohneinheiten.

Um die Bildung einer engen Käufergemeinschaft zu unterstützen führte NEST während der Planungs- und Bauphase diverse Käufertreffen durch, bei denen sich die zukünftigen Bewohner bereits in dieser frühen Phase kennenlernen konnten und über Planung und Konzepte informiert wurden.

Zu den gemeinschaftlichen Flächen gehören u.a. ein Gästeappartement mit 35 m² Wohnfläche mit Freifläche im Innenhof, eine Waschküche, ein nutzungsoffener Keller, sowie zwei Gemeinschafts-Dachterrassen.

Piktogramm zur Visualisierung der Fördermöglichkeiten von NEST-Projekten.

Wirtschaftlichkeit

Der extrem energieeffiziente Gebäudestandard und die thermische Solaranlage führt für die Eigentümer zu langfristig niedrigen Heizkosten und macht sie weitgehend unabhängig von steigenden Energiepreisen. Durch den Passivhaus-Standard konnten die Eigentümer bei ihrer Finanzierung entsprechende Förderprogramme der in Anspruch nehmen.

Der durch die eigene Photovoltaikanlage produzierte Strom wird in das öffentliche Netz eingespeist; die auf 20 Jahre sichere, zum Zeitpunkt der Errichtung noch sehr hohe Einspeisevergütung stellt ein weiteres Element für eine langfristige Wirtschaftlichkeit in den Bewirtschaftungskosten für die Eigentümer dar.

Die besonders hohe Bauqualität des Passivhaus-Standards in Zusammenspiel mit dem zukunftssicheren Energiekonzept garantiert den Eigentümern zudem eine hohe Wertstabilität und geringe Instandhaltungskosten.